Schitourenwochenende auf der Marburger Hütte/Tauplitz
19./20. April 2008
Ursprünglich war geplant, bereits am Freitag auf der Tauplitzalm die Marburger Hütte zu beziehen, doch wegen beruflicher Überaktivitäten unserer Alten Herren wurde erst am Samstag morgen angereist.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich erst einen Tag davor überraschend einige ATVer angesagt haben, die ein recht trauriges Ereignis gebührend in Linz zu feiern hatten. Unser lieber Bundesbruder Alex Lison- Fels wird in nächster Zukunft in den Stand der Ehe übertreten, und so versammelten sich insgesamt 14 ATVer, um einen gehörigen Polterabend zu veranstalten. So wurde also der Freitag optimal zur Verabschiedung aus der Freiheit für unseren lieben Fels genutzt, der sich im Rahmen des Polterabends zuerst unter Hilfe von netten Mädchen in ein aufreizend Selbiges verwandelte, um schließlich sämtliche Rosen an den Mann und die Frau zu bringen, die zuvor von den anwesenden ATVern den Rosenverkäufern abgekauft worden waren. Der Abend endete unter gegenseitiger Stützung am Nachhauseweg und musikalischer Untermalung der ersten Vogelstimmen im Morgengrauen recht fidel. So übernachteten an die zehn ATVer in meiner Wohnung in Linz; wie zu besten Innsbrucker Aktivenzeiten!
Durch diese ungewohnten Umtriebigkeiten zu nächtlicher Stunde wurde ich erst durch Sturmgeläute von Bbr. Walter Kolar- Pepsi unsanft um 7.00h morgens aus meinen Träumen gerissen, meinen Wecker hatte ich nicht gehört!
Zehn Minuten später war ich angezogen, und fuhr im Auto von Pepsi und dessen Frau Hildegard mit , ich denke, selber hätte ich noch kein Fahrzeug lenken dürfen.
Etwa um 9.00h kamen wir zeitgleich mit Bbr. Kurt Hoff- Capone, der mit Frau Karen und Sohn Felix angereist war, am Parkplatz der Tauplitzalm auf ca. 1500m Seehöhe an. Da das Wetter bei Ankunft mit blauem Himmel und Sonnenschein unerwartet schön war, beschlossen wir, sofort vom Parkplatz weg unseren ersten Gipfel zu erklimmen, den Lawinenstein (1885m). Nach etwa einer Stunde erreichten wir den Gipfel, von wo aus sich ein herrlicher Blick auf den Dachstein, die Schladminger Tauern, und über das gesamte Tote Gebirge bot.
Die erste Abfahrt wählten wir über die "Große Süd"; und der feine schmierige Firn entlockte uns einige Jubelrufe. Nach Ankunft an der Paßstraße entschlossen wir uns kurzerhand zum neuerlichen Aufstieg auf den Gipfel des Lawinensteins, um auf der anderen Seite unser Gepäck von den Autos aufzunehmen. Während des Aufstieges zogen sich Regenwolken über uns zusammen, und als wir nach einer knappen Stunde neuerlich oben standen, setzte Schneeregen ein, und Nebelschwaden verhinderten einen schönen Ausblick. So wurde rasch abgefahren, die Rucksäcke mit allen notwendigen Hüttenutensilien bestückt, und der Weg über die Tauplitzalm, vorbei am Naturfreundehaus und der Grazer ATVer Hütte zur Marburger Hütte des ATG (Allgemeiner Turnverein Graz) in Angriff genommen.
An der Selbstversorgerütte angekommen wurde diese zuerst in Beschlag genommen, der Aufenthaltsraum mit Küche und Holzherd im Erdgeschoß kräftig eingeheizt, um heimelige Stimmung zu verbreiten. Bei Kaffee und Kuchen, kräftiger Jause und einem Bier fühlte man sich rasch wie zu Hause, Erholung war angesagt.
Während die anderen sich gemütlich auf der Hütte ausruhten, brachen Felix und ich trotz des schlechten Wetters zu einer weiteren kleinen Schitour auf den Traweng (1984m) auf. Allerdings mußten wir wegen des einfallenden Nebels und drohender Nasschneelawinen nach etwa der Hälfte des Weges umkehren, und entschlossen uns zu einer Schiwanderung zum Kaisersitz, von wo aus man einen herrlichen Blick auf den Steirersee in Richtung Leistalm ostwärts hat. Von dort aus genossen wir eine kurze Abfahrt zu den Steirerseehütten, um nach einem kleinen Gegenanstieg wieder zurück auf die Marburger Hütte zu gelangen.
Abends wurden Nudeln mit gschmackiger Gorgonzolasoße vertilgt, gemütlich ein Glaserl Wein getrunken, und mit dem Dichten der ausständigen Taufgedichte unserer Neo- ATVer Jung-AHAH begonne, die noch in diesem Semester ihre Kneipnamen erhalten sollen.
Nach einer Bierwette in Bezug auf das Wetter, das für Sonntag eigentlich schön angesagt war (abends regnete es noch immer!), schlüpften wir in unsere Federn, um ausgeruht für den morgigen Tag zu sein.
Als um 6.00h der Wecker klingelte, und tatsächlich blauer, wolkenloser Himmel durch das Fenster hereinstrahlte, verlor ich gerne eine Bierrunde für den nächsten Stammtisch, denn zusätzlich hatte es morgens 2 Grad Celsius unter Null, und der Schnee war durchgefroren, was einen herrlichen Firn versprach.
Nach dem Frühstück wurde rasch zum Aufbruch gedrängt, denn es versparch unter tags rasch warm zu werden. Für den sonntäglichen Gipfelsturm wurde das Große Tragl (2184m) ausgewählt. Nach kurzer Abfahrt zu den Steirerseehütten wurde aufgefellt, und der Aufstieg begonnen. Nach der Querung des Südhanges unterhalb des Sturzhahns ging es über die Kare bis zum Jungbauernkreuz, und von dort aus bei herrlichstem Sonnenschein an den "Schwaigbrunn", die letzte Quelle vor den großen Plateau des Toten Gebirges. Nach kurzer Teepause folgte der letzte Anstieg aus der Senke zwischen Großem Briglerberg und Tragl über die Nordflanke der Tragln bis zum Gipfel des Großen Tragl, den wir nach zweieinhalb Stunden erreichten. Von dort aus bot sich ein unglaubliches Panorama, vom Dachstein im Westen über die gesamten Hohen Tauern mit Ankogel, Sonnblick bis zu den Schladminger Tauern, und das Tote Gebirge mit Schermberg und Rotgschirr sowie Weißer Wand im Norden.
Ein weiterer Bonuspunkt lag in der Windstille am Gipfel, sodaß wir uns vor diesem unglaublichen Panorama eine ausgedehnte Jause in kurzen Hemdsärmeln gönnen konnten. Das gesamte Ennstal unter uns war noch mit einer dicken Wolkendecke verhangen.
Nach der Jause richteten wir uns jedoch zügig für die Abfahrt, denn bei deutlichen Plusgraden würde der Schnee vor allem in tieferen Lagen rasch morsch und faul werden, und das Wedelvergnügen beinahe unmöglich machen.
Bei der Abfahrt vom Gipfel fanden wir je nach Höhe fast alle Schneeverhältnisse vor, die einem begegnen können. Der erste Gipfelhang war nordlagig noch gefroren, und ließ sich wie auf hart präparierter Piste wunderbar befahren, danach wandten wir uns nach Süden auf die sonnenbeschienenen Hänge Richtung Sturzhahn.
Hier fanden wir perfekten Firn vor, der jedem von uns einen kräftigen Bergjodler entlockte. Die letzten Hänge zum Steirersee waren bereits seit den Morgenstunden in der prallen Sonne gelegen gewesen, und so bereits an der Grenze des Befahrbaren, eine Stunde später wären wir wohl hilflos im Sulz versunken!
Am Ufer des Sees gönnten wir uns noch eine Pause von zehn Teeminuten, um danach den letzten Aufstieg zur Marburger Hütte bei gut 20 Grad Celsius hinter uns zu bringen.
Nach ausgiebigem Hüttenputz und einer weiteren Jausenpause packten wir die Schlafsäcke und das restliche Gepäck, um über die Tauplitzalm zurück zum Ausgangspunkt und zu den Autos zu gelangen. Nachmittags war der Schnee bereits vollkommen sulzig, doch in der Spur eines Skidoo ließ es sich beinahe wie auf einer Langlaufloipe gehen.
Nach einer Stipvisite in der Botanik zum Schneerosen pflücken und einem köstlichen Apfelstreuselkuchen aus der Bad Mitterndorfer Konditorei traten wir den Heimweg an, nicht ohne das fixe Versprechen, unsere Schitour zu einem alljährlichen Pflichtpunkt des Semesterprogrammes zu machen.
Berg Heil, Schi Heil!
Euer AH Schleck, Z!; Z!;
ATV Innsbruck, Obmann ATV Linz |
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